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"Hand in Hand": Sonderpreis Nominierung beim EMOTION.award 2018

Hier der Link zum nachlesen:
https://www.emotion.de/karriere/der-sonderpreis-beim-emotionaward-2018

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Noumia Film Portrait bei der Gründerinnenzentrale - Artikel 2018

Hier der Link zum nachlesen:
http://www.gruenderinnenzentrale.de/gruenderinnen-portraets/noumia-film/


Noumia Film Interview mit der Berliner Technischen Kunsthochschule

Die BTK-Absolventinnen Silke Meya und Laura Mentgen präsentierten ihren Dokumentarfilm “Djado Ivan” auf dem Fimfestival in Cannes und auf den internationalen Hofer Filmtagen. Der Film entstand im Sommersemester 2014 als Bachelorthesis im Studiengang Motion Design (B.A.) an der BTK - Hochschule für Gestaltung in Berlin.

Das 20-minütige Bewegbildmaterial portraitiert einen 70-jährigen Bulgaren, den Meya auf einer Reise kennenlernte. Der Hirte Ivan wohnt in Grivitsa, einem kleinen Dorf an der rumänischen Grenze und ließ die beiden Studentinnen einen Monat lang in seinen Alltag eintauchen. Zusammen mit seinen zahlreichen Tieren lebt er seinen ganz eigenen Rhythmus im Einklang mit der Natur. Das Resultat ihrer Beobachtung ist die eindringliche Darstellung eines traurig-glücklichen, absurd-kauzigen, sanftmütig-philosophischen und liebevollen Menschen.

Silke Meya und Laura Mentgen sind freiberuflich in den Bereichen Filmregie und Motion Design tätig und gründeten die GbR Noumia Film. “Unsere Philosophie ist es, in die Welt des Protagonisten einzutauchen, während diese unberührt bleibt. Unsere Inspiration ist die Wirklichkeit selbst, deren Geschichten wir in Form von Dokumentarfilmen festhalten.”


IM GESPRÄCH MIT SILKE MEYA UND LAURA MENTGEN 

Wie kam es zu dem Projekt und zu der Wahl eures Protagonisten Ivan?

Silke: Als ich letztes Jahr in Bulgarien war, habe ich zufällig den Hirten Ivan Djado getroffen. Wir kamen ins Gespräch und sofort spürte ich, dass er ein ganz besonderer Mensch ist. Der Hirte strahlte eine Zufriedenheit aus, die mich sehr tief berührte. Als wir dann zurück in Deutschland unser Konzept für eine dokumentarische Reihe zum Thema Glück erarbeiteten, war mir sofort klar, dass er einer der Protagonisten sein musste.

Wie viel Zeit habt ihr insgesamt mit Ivan verbracht?

Laura: Einen Monat, wir waren den ganzen Februar über bei Ivan im Dorf und durften teil seines Alltags werden. Wir haben ihn eine ganze Woche lang nur beobachtet und begleitet, bevor wir zum ersten Mal eine Kamera mitgenommen haben. Zuerst hat Ivan nicht so recht verstanden, warum wir ihn überhaupt filmen wollten. Als das Vertrauen erst einmal aufgebaut war, durften wir dann alles mit ihm drehen. Am letzten Tag meinte Ivan zu uns: „Ihr seid meine neuen Enkelkinder!“

Ivan spricht ausschließlich bulgarisch - wie habt ihr mit ihm kommuniziert?

Wir hatten von Zeit zu Zeit eine Übersetzerin vor Ort. Sie war wirklich wundervoll und hatte auch eine sehr gute Verbindung zu Ivan. Die restliche Zeit über kommunizierten wir mit Händen und Füßen. Wir bauten uns nach und nach eine gemeinsame Sprache mit ihm auf. Aber ohne unsere Bulgarisch-App wäre gar nichts gelaufen. Das Schwierige an der Sache war, dass wir oft die Wörter falsch ausgesprochen haben und es zu sehr vielen lustigen Missverständnissen kam.

Ein wichtiges Thema beim dokumentarischen Arbeiten ist die Authentizität. Welche gestalterischen Fragen waren euch im Hinblick auf eine authentische Darstellung eures Protagonisten wichtig?

Zunächst einmal war es wichtig, Ivan die nötige Zeit zu geben, sich an die Kamera zu gewöhnen. Wir können im Nachhinein sagen, dass keine Szene gestellt ist. Wir wollten nicht, dass Ivan seine Tätigkeiten für uns wiederholt. Für uns war auch klar, dass wir den Film nicht mit einem Off-Kommentar versehen wollten. Die Zuschauer sollen das Gesehene eigenständig interpretieren können.

„Djado Ivan“ ist als Teil einer Reihen von dokumentarischen Porträts zum Thema Glück gedacht. Habt ihr schon weitere Protagonisten für die Reihe ins Auge gefasst?

Ja, wir haben schon einige neue Ideen. Auch eine konkrete, an der wir gerade arbeiten, aber die bleibt zur Zeit noch ein Geheimnis.

Finanziert habt ihr euer Projekt über eine Crowdfunding-Kampagne mit Start Next. Wie hat das funktioniert?

Alles in allem war Start Next eine gute Sache und hat uns total geholfen. Wir brauchten schnell ehe Finanzierung und hatten quasi nur diese eine Möglichkeit, den Film auf die Beine zu stellen. Im Nachhinein müssen wir aber auch sagen, dass es uns sehr viel Energie gekostet hat. Man darf auf keinen Fall die Arbeit, vor und nach der Crowdfunding-Kampagne unterschätzen. Man muss die Seite erstellen, die Texte schreiben, die Leute motivieren, sich für das Projekt zu interessieren, etwas zu spenden und ganz zum Schluss ein Dankeschön für die Spender basteln/gestalten/verschenken/verschicken. Zum Glück hat alles geklappt und wir bekamen sogar mehr Geld als geplant. Wir werden unsere Projekte aber höchstwahrscheinlich nicht mehr so finanziere, weil wir schon ein bisschen das Gefühl hatten, unser soziales Umfeld anzubetteln.”

Hier der Link:
http://motiondesign.btk-fh.de/DJADO-IVAN

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